Kölner Akademie für Psychoanalyse Jacques Lacan (KAPJL)
Die Kölner Akademie für Psychoanalyse Jacques Lacan versteht sich als Ort der Bildung in der Psychoanalyse.
Grundlage der Lehre der Akademie ist die Lektüre des Werkes Sigmund Freuds durch Jacques Lacan. Sein eigener Beitrag zur Psychoanalyse, vor allem die Konzeptualisierung der Register des Realen, Symbolischen und Imaginären (RSI) und deren Verknüpfung durch das Sinthom, bestimmt entscheidend die theoretische und praktische Ausrichtung der Akademie. Dazu gehören innovative Weiterentwicklungen der lacanschen Psychoanalyse (wie zum Beispiel in den Arbeiten Geneviève Morels).
Diese Orientierung schließt die Lektüre anderer wichtiger Schriften der Psychoanalyse mit ein, z.B. von Melanie Klein, Wilfred Ruprecht Bion oder Donald Woods Winnicott, sowie wichtiger Vertreter der französischen Tradition, unter anderen Serge Leclaire.
Der Sitz der Akademie ist Köln, ihre Veranstaltungen werden in Köln und Paris angeboten werden.
Grundstruktur der KAPJL
In der Tradition der École freudienne de Paris besteht die Akademie aus drei Sektionen, in die man sich einschreiben kann.
1. Sektion: Es geht um Praxis und Lehre der Psychoanalyse im eigentlichen Sinne.
Wer sich in diese Sektion einschreibt, sollte bereits am Besten längere Zeit die Erfahrung der analytischen Kur gemacht haben. In Einzelfällen ist eine Einschreibung derer möglich, die eine analytische Kur beginnen.
Eine analytische Kur kann sich im Nachhinein als Lehranalyse erweisen; das heißt als eine analytische Kur, die dazu führt, daß der Analysant selber den Platz des Analytikers einnehmen wird.
Zentral für die Teilnahme an der ersten Sektion ist das Engagement in Kartellen. Ein Kartell ist ein psychoanalytischer Arbeitszusammenhang von drei bis fünf Mitgliedern. Diese wählen sich unter den Mitwirkenden der Akademie oder den mit ihr kooperierenden Analytikern einen zusätzlich hinzu, der den Platz des „Plus Un“ einnimmt.
Zu dieser Sektion gehören außerdem die Teilnahme an Seminaren und Arbeitskreisen zur Theorie der Psychoanalyse, ferner klinische Gruppen, sowie die Kontrollanalyse derer, die den Platz des Analytikers einnehmen. Diese erste Sektion der Akademie steht jedem offen, der sich in der eigentlichen Psychoanalyse zu bilden begehrt. Sie folgt dem, wie Sigmund Freud die Laienanalyse verstand.
Die analytische Kur derer, die sich in diese Sektion einschreiben, kann bei den von der Akademie benannten Analytikerinnen und Analytikern erfolgen (siehe: Kooperierende Analytikerinnen und Analytiker in Köln), sowie in Frankreich bei den Mitgliedern des Collège de Psychanalystes d'ALEPH. In Absprache mit der Leitung der Akademie ist die Analyse auch bei anderen Analytikerinnen und Analytikern möglich, besonders aus den an Lacan orientierten Institutionen, mit denen die Akademie kooperiert.
Es ist wünschenswert, daß diejenigen, die den Platz des Analytikers einnehmen auch in anderen klinischen Zusammenhängungen Erfahrungen erwerben, z.B. in psychiatrischen Kliniken, durch Praktika etc. Die Akademie unterstützt diesen Aspekt psychoanalytischer Bildung durch Kooperation mit entsprechenden Institutionen.
Am Ende eines Parcours kann eine Abschlussarbeit erstellt werden, die in einem Kartell oder auf einer Arbeitstagung der Akademie vorgestellt werden sollte.
Über die Arbeit in der ersten Sektion und deren möglichen Abschluß kann auf Wunsch eine Bescheinigung ausgestellt werden, aus der der Parcours der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Akademie in seinen verschiedenen Aspekten hervorgeht. Mitarbeit in anderen (kooperierenden) Institutionen kann in Absprache berücksichtigt werden.
Die Akademie erstellt keine berufsrechtlich relevanten Bescheinigungen für Laienanalytiker, bestätigt aber deren psychoanalytische Arbeit im Rahmen der Kölner Akademie für Psychoanalyse Jacques Lacan.
2. Sektion: Sie widmet sich der angewandten Psychoanalyse in Medizin, Psychologie, Psychotherapie und anderen Therapieformen, sowie Pädagogik, Beratung und Sozialarbeit.
Auch diejenigen, die sich in diese Sektion einschreiben, sollten die Erfahrung einer längeren analytischen Kur haben. Sie kann bei einem Analytiker eigener Wahl erfolgen.
Das Engagement in mindestens einem Kartell ist, wie in der ersten Sektion, zentrales Moment der Bildung.
Eine Abschlussarbeit ist auch hier möglich, wie eine Bescheinigung über den durchlaufenen Parcours.
Ärzte, die in anderen Institutionen eine Ausbildung in analytischer Psychotherapie absolvieren, können Teile ihrer Bildung in der Akademie für diese Ausbildung angerechnet bekommen. Dies ist jeweils im Einzelfall zu erfragen. Dies gilt auch für Diplom-Psychologen.
Seminare und Arbeitskreise der Akademie sind im Rahmen der ärztlichen und psychotherapeutischen Fortbildungspflicht anrechnungsfähig, sowie im Rahmen mancher Weiterbildungen anerkannt.
3. Sektion: Sie beschäftigt sich mit der Verknüpfung der Psychoanalyse mit verwandten Wissenschaften und den Künsten, sowie mit Geschichte und Ethik der Psychoanalyse und ihrer Relevanz für gesellschaftliche und politische Zusammenhänge im Sinne der kritischen Tradition der Freudschen Lehre.
Eine eigene Analyse ist auch für die Teilnahme an dieser Sektion wünschenswert, aber keine Vorraussetzung. Die Arbeit in Kartellen bestimmt ebenfalls diese dritte Sektion.
Auch in dieser Sektion können eine Abschlussarbeit und eine Bescheinigung erfolgen.
Kooperation mit verschiedenen Institutionen
Die Akademie kooperiert eng mit Savoirs et clinique [Paris], sowie der Association pour l'’Étude de la Psychanalyse et de son Histoire in Lille (ALEPH) und dem Collège de psychanalystes d’ALEPH in Paris. Die Teilnahme an Veranstaltungen dieser Institutionen wird für den Parcours in der Akademie anerkannt, wie auch Analysen bei den Mitgliedern des Collège de Psychanalystes d‘ALEPH.
Ebenfalls werden Veranstaltungen des College of Psychoanalysts-UK, sowie des Centre for Freudian Analysis and Research (beide in London) anerkannt, wie auch des Jan van Eyck Circle for Lacanian Ideology Critique in Maastricht.
In Deutschland wird eine Kooperation mit möglichst allen an Freud und Lacan orientierten Gruppen angestrebt, sowie mit den Institutionen, die sich mit der Lehre Freuds und Lacans intensiver beschäftigen (vor allem in Wissenschaft und Kunst).
Die Teilnahme am Psychoanalytischen Kolleg findet bei der Erstellung der Bescheinigungen über den erfolgten Parcours Berücksichtigung. Mitglieder des Psychoanalytischen Kollegs zahlen eine geringere Jahresgebühr für die Akademie.
Veranstaltungen im Rahmen von textura, Freud-Lacan Gruppe Köln, werden ebenfalls im Rahmen des Bildungsgangs in der Akademie anerkannt.
Die Akademie möchte über die verschiedenen Arbeitsfelder zur Lehre Jacques Lacans in Deutschland informieren. Praxen und andere Institutionen, die sich an der Lacanschen Psychoanalyse orientieren, können mit der Akademie kooperieren und in deren Liste von kooperierenden Institutionen aufgeführt werden.
Die Akademie gibt eine internatinale Revue "Y" heraus, sowie ein Korrespondenzblatt für ihre Mitglieder und Freunde.
Organisatorisches
Die Kölner Akademie für Psychoanalyse Jacques Lacan wird von ihrem Gründer, Dr.med. Michael Meyer zum Wischen, geleitet.
Über die Aufnahme in die Akademie entscheidet deren Leiter.
Die Veranstaltungen der Akademie finden in Köln und Paris statt.
Verstoß gegen berufsethische, wie berufsrechtliche Grundsätze, vor allem die Schweigepflicht, kann zum Ausschluß aus der Akademie führen, wie auch gegen die Grundlagen und Prinzipien, nach denen die Akademie arbeitet.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten und der zweiten Sektion zahlen einen Jahresbeitrag von 400,00 € für die Beteiligung an sämtlichen Kartellen, Gruppen, Seminaren und Arbeitskreisen der Akademie. Der Beitrag ist jeweils zu Beginn des Jahres fällig, bei Eintritt im Laufe des Jahres anteilig. Mitglieder des Psychoanalytischen Kollegs zahlen einen reduzierten Beitrag von 150,00 € jährlich.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der dritten Sektion zahlen einen Jahresbeitrag von 100,00 €, können jedoch an den im engeren Sinne klinischen Veranstaltungen der Akademie (klinische Gruppen, Supervisionsgruppen etc) nicht teilnehmen.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten Sektion können, wenn Sie ärztlich oder psychologisch-psychotherapeutisch tätig sind, die Angebote der zweiten Sektion (vor allem bezüglich Fort- und Weiterbildung) nutzen, ohne sich in diese einzuschreiben.
Einige Veranstaltungen der Akademie sind ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmern vorbehalten, andere sind öffentlich.
Mit der Abschlußarbeit, bzw. der Beendigung des psychoanalytischen Parcours endet auch die Mitgliedschaft in der Akademie.
Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker, die nach Freud und Lacan außerhalb der Kölner Region arbeiten, können einem Freundeskreis der KAPJL beitreten (Jahresbeitrag: 100,00 €) und an allen Veranstaltungen teilnehmen.
Die KAPJL arbeitet an der Herausgabe eines Korrespondenzblattes für Ihre Mitglieder, sowie Kolleginnen und Kollegen, die über einen Lektürekreis mit der Akademie verbunden sein wollen.
Die psychoanalytische Revue "Y" (PARODOS Verlag Berlin) wird vom Gründer der KAPJL herausgegeben und von einigen ihrer Mitglieder redaktionell betreut.
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